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| Autoindustrie mit schlechter Zahlungsmoral ?
| Die Automobilzulieferer beklagen eine zunehmend schlechte Zahlungsmoral der Hersteller. Einige Rechnungen würden zu spät, wenige gar nicht beglichen, ergab eine Untersuchung.
Ersten Ergebnissen einer Studie der Bamberger Forschungsstelle für Automobilwirtschaft (FAW) zufolge wird nur rund ein Fünftel der Rechnungen auch tatsächlich innerhalb eines Jahres bezahlt. Ein sehr kleiner Teil der Rechnungen werde überhaupt nicht beglichen, teilte die Forschungsstelle am Freitag mit. Dies sei "eine massive Beeinträchtigung der Finanzkraft deutscher Lieferanten", kritisierte FAW-Leiter Wolfgang Meinig. Die Zulieferer würden demotiviert, technische Innovationen auf freiwilliger Basis voranzutreiben.
Seit Anfang Mai befragt die FAW rund 900 Zulieferer über ihre Geschäftsbeziehungen zu den großen deutschen Herstellern, wie Audi, BMW , DaimlerChrysler , Ford , Opel, Porsche oder VW . Die Endergebnisse der Studie sollen voraussichtlich im Sommer vorliegen.
Ein Trend sei jedoch bereits jetzt zu erkennen:
- Rüge für VW und Opel
Von den sieben untersuchten deutschen Fabrikaten zeigen sich die Volkswagen-Händler mit der Zahlungsmoral des VW-Konzerns am unzufriedensten, wobei eine nachhaltige Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr eingetreten ist. Auch die Zeitdauer bis zur Vergütung von Sonderzahlungen wird von VW-Händlern laut Studie bemängelt. Die Volkswagen-Partner sind in diesem Punkt im Vergleich zu allen übrigen analysierten Fabrikaten die unzufriedensten Händler. Im vergangenen Jahr waren es noch die Vertragshändler von Fiat. Offenbar hat der italienische Importeur jedoch massiv an diesem Kritikpunkt gearbeitet, was zum größten Zufriedenheitszuwachs in der Studie führte. Einen deutlichen Zufriedenheitsrückgang gibt es bei den Opel-Händlern zu beobachten, allerdings - vergleicht man die Entwicklung mit dem direkten Wettbewerber Volkswagen - auf leicht höherem Niveau: Auch bei Opel bemängeln die Vertragspartner die ihnen zustehenden, jedoch zu spät eintreffenden Sonderzahlungen sowie die allgemeine Zahlungsmoral der amerikanischen Konzerntochter.
- Plus für DaimlerChrysler
Die zufriedenste Händlerschaft, die ein deutsches Fabrikat vertreibt, ist derzeit noch das Agenturnetz von Mercedes-Benz: Mit der Zahlungsmoral erklären sich die Händler weitgehend einverstanden. Auch scheint die Abwicklung bei der Vergütung von Sonderzahlungen keine größeren Reibungsverluste zu erzeugen. Die Zufriedenheitswerte der Zulieferer mit dem Münchner Konkurrenten BMW sind gut, gegenüber dem Vorjahr jedoch gesunken.
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