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| ZDH: Mitgehangen - mitgefangen ?
| Nachdem das Internetportal des Deutschen Handwerks, Handwerk.de vor 10 Tagen Insolvenzantrag stellen musste, steckt der ZDH (Zentralverband des Deutschen Handwerks) in ernsthaften Schwierigkeiten.
Der ZDH hatte seinerzeit für das Internetprojekt geschätzte 5 bis 8 Millionen Euro (laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins "SPIEGEL" 6,32 Mio Euro) an Sicherheiten hinterlegen müssen, unter anderem Bürgschaften für Leasingverträge bei der Landesbank Berlin, die nun abgelöst werden müssten. Am Mittwoch dem 11 Februar, sollte laut dem Vizepräsident des ZDH, Joachim Dirschka, in einer ausserordentlichen Vollversammlung in Berlin ein vorläufiger Rettungsplan in Höhe von 1,5 Millionen Euro gebilligt werden. Hiermit kämen auf die regionalen Kammern entsprechende Kosten in Höhe von mehreren zehntausend Euro zu. Ob die finanzielle Schieflage aus dem Abenteuer Internetportal Konsequenzen auf die Spitze des ZDH haben würde, schloss Dirschka generell nicht aus.
Historie des Desasters Das Portal handwerk.de wurde im März 2000 angekündigt und startete Anfang 2001. Alle Deutschen 850.000 Handwerksbetriebe sollten über diese gemeinsame Plattform eingebunden werden und durch gemeinsamen Einkauf und Informationsaustausch Kosten senken. Werbung und elektronische Auftragsvermittlung sollten die erhofften Umsätze bringen. Bis 2005 wollte der Vorstand in die Gewinnzone gelangen. Doch bei Handwerksbetrieben wie Surfern stieß das Portal nur auf mäßiges Interesse und schon bald stellten sich zusätzliche Probleme ein: Die Entwicklerfirma der Portalsoftware reichte laut Heise-Online im Januar 2002 Klage gegen die Handwerk.de-AG ein: Grund hierfür seien damals nicht bezahlte Supportverträge gewesen.
Viele vermuteten bereits seinerzeit, dass sich der ZDH mit dem Portal ebenso übernommen wie verkalkuliert hat. So "verfütterte" der ZDH im Verlauf der Entstehung des Portalprojektes schon sämtliche nicht zweckgebundenen Rücklagen an das Portal, eine Tatsache die nach der Insolvenz des Portals, dem Verband enorme Liquiditätsprobleme bereiten dürfte. In das Projekt wurden gesamthaft ca. 20 Millionen Euro investiert, die Betreiber-AG beschäftigte rund 35 Mitarbeiter.
Bei vielen Verbandsmitgliedern (Handwerksbetriebe) löst diese Art des -vorsichtig ausgedrückt- fahrlässigen Umgangs mit ihren Beitragszahlungen tiefes Unverständnis aus.
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