Basel ll und Forderungsmanagement - damit Ihre Kreditlinie nicht gekürzt wird
Prinzipielles Ziel von Basel ll ist es, die Stabilität im Kreditwesen zu erhöhen. Um dies zu erreichen, soll die Unterlegung von Krediten mit Eigenkapital durch das Kreditinstitut neu geregelt werden. Dabei will man das Ausfallrisiko eines Kredits künftig stärker berücksichtigen. Bislang ist eine Pauschale von acht Prozent des Kreditbetrages vorgesehen. Bei einem Kredit von einer Million Euro muss das Geldinstitut demnach 80.000 Euro eigenes Kapital hinterlegen.
Bonität wird wichtiger
Wie viel Eigenkapital in Zukunft zur Absicherung von Krediten eingesetzt werden muss, soll wesentlich stärker von der Bonität des Kreditnehmers (Ihres Unternehmens) abhängen. Damit sind die Kosten bzw. Zinsen für einen Kredit je nach Risiko eines Zahlungsausfalls unterschiedlich hoch. Die einfache Formel dabei lautet:
Gute Bonität = geringes Risiko = niedrige Kreditzinsen Schlechte Bonität = hohes Risiko = hohe Kreditzinsen oder kein Kredit
Basel II - Rating
Aber wie lässt sich die Finanzkraft eines Kreditnehmers einschätzen? Vor allem bei einem Unternehmen, das mit dem Kredit eine Investition finanziert? Die Antwort lautet: Rating. Dies bedeutet nichts anderes als die Einstufung der Bonität in eine Rangliste. Diese reicht beispielsweise von AAA, sehr gute Bonität, bis C, schlechte Bonität.
Externes Rating - internes Rating
Ein Rating kann auf zwei Arten erfolgen. Extern durch eine Ratingagentur oder intern durch das jeweilige Kreditinstitut. Gerade für mittelständische Unternehmen können durch ein Rating in partnerschaftlicher Zusammenarbeit, die Stärken und Schwächen des Unternehmens ermittelt werden. Hierin liegt die Chance, die finanzielle Situation eines Unternehmens gezielt zu verbessern.
Was hat Basel ll mit Forderungsmanagement zu tun?
Im Rahmen einer Kreditvergabe, ist, neben den Kreditinstituten bekannten Umsatz- und Bilanzdaten, Nachfolgeregelung, etc., die Eigenkapitalquote und Liquidität des Kreditnehmers von größter Bedeutung. Kann dieser zur Sicherung seiner Liquidität keine schlüssige Forderungsmanagement-Strategie vorweisen, werden beantragte Kredite verwehrt; für ein Kreditinstitut sind offene Forderungen keine Umsätze - offene Forderungen werden zu Umsätze, erst wenn sich auf das Konto des berechtigten Unternehmens verbucht werden.
Basel ll und die Eigenkapitalquote
In Zeiten knapper Aufträge und Überschuldung von Privatpersonen und Firmen, spielt die Sicherung und zügige Beitreibung offener Forderungen für Ihr Unternhemen eine immer größere Rolle. Dadurch sichern Sie Ihre Liquidität und - im Sinne von Basel II - Ihre Eigenkapitalquote, die über eine positive Kreditentscheidung zu günstigen Konditionen entscheiden kann.
Die Untersuchungen renommierter Wirtschaftsinstitute zur Eigenkapitalbasis deutscher Unternehmen, sprechen eine deutliche Sprache
- Die Eigenkapitalquote lag 2002 nach dem Stand der Auswertung bei 5,7 %
- Mehr als die Hälfte der Unternehmen bis 500.000 Euro Umsatz haben kein Eigenkapital oder weisen eine Unterbilanz aus
- Bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz von 12,5 bis 50 Millionen Euro Jahresumsatz beträgt die Eigenkapitalquote durchschnittlich 16,8 %. Lediglich 11 Prozent dieser Betriebe weisen eine Unterbilanz aus
- Insgesamt haben 38 % aller Unternehmen kein Eigenkapital oder eine Unterbilanz
- Die Forderungsausfälle deutscher Unternehmen, bedingt durch ein unzureichendes Forderungsmanagement oder Unwissen, haben ein dramatisches Ausmaß angenommen und treiben viele Betriebe zwangsläufig in die Insolvenz. Man schätzt, daß die durch Forderungsausfall bedingte Insolvenz von Betrieben, eine Quote von 47 % erreicht
Weiterführende Informationen zu Basel II
http://www.bis.org/publ/bcbsca.htm Auf den eglischen Seiten der Bank for International Settlements (BIS) findet man ausführliche Infos, Grundsätze und Positionspapiere zu Basel II. Die Seite betrachtet dieses Thema aus Sicht der Kreditinstitute und eignet sich, aufgrund des "steilen" Einstiegs in dieses komplexe Thema leider nicht Neulinge.
http://www.bundesbank.de/bank/bank_basel.php Hier bietet die Deutsche Bank verständliche Informationen und Hintergründe zu den neuen Kreditrichtlinien nach Basel II mitsamt der Bedeutung der Eigenkapitalvereinbarung aus Sicht der Kreditinstitute. Es werden ebenfalls eine Reihe von Papieren und Richtlinien zu diesem Thema zum Download angeboten, sowie eine chronologische Darstellung der Entwicklung.
http://www.dihk.de/inhalt/informationen/news/schwerpunkte/rating/basel.html Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) bietet hier betriebsrelevante Infos zu Basel II sowie der praktischen Bedeutung der Thematik für Unternehmer. Das Angebot beinhaltet weiterhin Informationen zum Ratingverfahren sowie nützliche Downloads, Ergebnisse von Umfragen, Stellungnahmen des DIHK und themenbezogene Links.
http://www.sparkasse.de/services/basel_ii/ Auf der Seite der Sparkassenorganisationen findet man zahlreiche, verständliche Informationen zum Thema Basel II aus Sicht des kreditgebenden Institutes. Es wird versucht mit weitverbreiteten Vorurteilen diesem "Reizthema" gegenüber, aufzuräumen. Basel II und Rating wird hierbei als Chance für Unternehmer dargestellt, betriebsinterne Abläufe und Prozesse zu optimieren und transparenter zu gestalten. |